Das Herz von Kappadokien ist eine wundersame Landschaft in der Gegend von Göreme, die Wind und Wetter aus der Asche eines nahegelegenen Vulkans geformt haben. Ein absolutes Muss für jeden Türkeibesucher.
Dieser Parkplatz des Freilichtmuseums von Göreme zeigt, welch ein Renner das ist oder besser war. Zu sehen gibt es hier eine ehemalige Klosteranlage aus dem elften Jahrhundert. So zehn kleineren Kapellen die mit Fresken ausgemalt und nicht grösser als 15 – 20 qm sind. Dazu Refektorien, Küchen usw. Bedenkt man, dass 25 Busse so 1000 Besucher bedeuten kann es schon mal richtiges Gedränge geben.Aber mehr als 20 – 30 Menschen passen beim besten Willen nicht auf einmal in ein solches Teil. Deshalb hat jede Kapelle ihren eigenen Wächter und der tippt unerbittlich auf seine Armbanduhr: 3 minutes. Bestimmt kein Problem, bei der dann drinnen herrschenden dicken Luft freut sich jeder, wieder ins Freie zu dürfen und wird sich fragen, ob die sieben Euro Eintritt die Sache wert waren.
Ich hatte Glück, in der Woche, die ich dort verbrachte, sah ich nur einige Gruppen aus China und Korea sowie eine Handvoll Einzelreisender.
Wie immer gibt es mehrere Möglichkeiten, dieses Gebiet zu erkunden. Die meisten Besucher kommen mit einer Packagetour und denen wird in kurzer Zeit „alles“ gezeigt. Besucher mit mehr Zeit können zwischen vier Tagestouren wählen und auch denen wird „alles“ gezeigt.
Am besten sind die dran, die gut zu Fuß sind. Einfach nur in der Gegend herumzustreifen ist großartig und auch wenigstens zwei oder drei Täler sollte man sich erwandern. Aber ganz gleich was man macht, selbst vier oder fünf Wochen reichen nicht aus, um alles zu sehen.
Kappadokien war eines der wichtigsten frühchristlichen Zentren. Mehr als 3000 Kirchen, die dort bis heute entdeckt wurden, zeugen davon. Nur, für die meisten davon gilt, hat man einige gesehen, hat man alle gesehen.
Die Gegend ist für ihre unterirdischen Städte bekannt, Orte in denen sich die Bevölkerung zu Kriegszeiten in Sicherheit bringen konnte. Eine dieser steht auf dem Programm aller Touranbieter. Nur, zu sehen gibt es letztlich dort nicht viel. Eine Vorstellung gibt dieses Werbeposter:Viel beeindruckender dagegen sind Orte, die aus Ansammlungen von in Felswände geschlagenen Wohnungen und sonstigen Räumen bestehen.
Der römische Historiker Novatus Liberalis berichtet, in Kappadokien wurde Wohnungssuchenden Werkzeug gegeben und ein leerer Kegel zugewiesen.
Die damals sehr aktive Frau Servus Vehiculi stellte diesen sozialen Skandal an den Pranger und forderte eine Steuer für Besserverdiende. Mit deren Aufkommen hätten Arbeitsplätze bezahlt werden können um Wohnraum für die Ärmsten der Armen zu schaffen.
Gleich hinter Göreme sieht es so aus:
und man kommt zu dem bereits oben erwähnten Museum. Ich will hier nur einen Eindruck vermitteln. Kenner und Liebhaber byzantinischer Malerei bitte ich um Nachsicht. Denn fotografieren ist in allen Kirchlein dort (eigentlich) verboten und um mein Gepäck leicht zu halten besitze ich nur eine Einfachstkamera. Aber hier verspreche ich Besserung. Und wenn ich an langen Winterabenden mal viel Zeit habe, vielleicht mache ich ja eine ganz neue Seite mit größeren Bildern.
Richtig schöne Farben sind nur in einer Kirche erhalten. Die beiden folgenden Bilder habe ich bei Wikipedia geliehen.
Ich bin gespannt, wie lange es diese Farben noch gibt. Die vielen Besucher, genauer der Ausdünstungen, tun denen bestimmt nicht gut.
Weiter geht’s. Alle halbe Stunde fährt ein Bus. Steigt man an der richtigen Stelle aus ist es nur noch eine gute halbe Stunde zu Fuß und man ist im Love Valley.
Der gleiche Bus fährt weiter nach Pasabag.
Nach Zelve sind es nur wenige Km. Am Straßenrand machen Bienen Überstunden!
Man kommt dann in Zelve an:
Ein anderer Bus fährt alle 20 Minuten nach Uschisar.
Der linke Felsen. Enthusiasten dürfen die meisten Löcher besichtigen. Dort soll ein Schatz versteckt sein. Gefunden hat ihn bisher noch keiner.
Der rechte Felsen. Hier können die Löcher leider nicht besichtigt werden.
Zur Erinnerung kann man überall Souvenirs kaufen. Touris aus Fernost lieben die!
Von Uschisar hat man einen schönen Blick auf das Tal von Göreme. Dort hat man dann die Wahl, mit dem Bus zurück oder aber durch ein Tal per pedes.
Hier kann man sehr gut die verschiedenen Schichten einzelner Vulkanausbrüche erkennen. Das Material in unterschiedlich hart und das Ergebnis der Erosion kann man überall bewundern.
So entstehen die Feenkamine. Warten wir noch einige 100 tausend Jahre und sieht es hier bestimmt genauso aus wie im Love Valley.
Wohlbehalten kommt man dann endlich in Göreme an. Schwierig ist es nicht und Jausenstationen gibt es unterwegs auch.
Der landschaftliche Höhepunkt ist das Rosental. Hier sollte man sich einen Nachmittag Zeit nehmen und die Gegend erkunden. Das geht allerdings nur zu Fuß! Wer dann immer noch nicht genug Tuffkegel gesehen hat, dem ist nicht mehr zu helfen.
Güle Güle Kappadokien!
Weiter zu Startseite
Weiter zu Armenien
Weiter zu Aserbaidschan
Weiter zu Georgien
Weiter zu Nagorny Karabach
Weiter zu Türkei